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Gemeinsame Haltung für Ausbau Basel Nord

07.12.2017

Der Kanton Basel-Stadt, die Schweizerischen Rheinhäfen und die SBB haben ihre gemeinsame Haltung zur Modernisierung der Umschlagsanlagen in Basel Nord mit der Unterzeichnung eines Letters of Intent untermauert. Die Logistikanlagen im Norden Basels sind im nationalen Interesse der Schweiz: Für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene entsteht das trimodale Containerterminal Gateway Basel Nord. Dieses Projekt ist Teil der «Gesamtperspektive Basel», deren Entwicklung ebenfalls auf der Agenda des Spitzentreffens stand.

Zum diesjährigen Spitzentreffen zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft, den Schweizerischen Rheinhäfen und der SBB trafen sich die Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro (BUD BL), der Regierungsrat Hans-Peter Wessels (BVD BS), der Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen (SRH), Hans-Peter Hadorn, SBB CEO Andreas Meyer, der Leiter von SBB Infrastruktur, Philippe Gauderon, der Leiter von SBB Immobilien, Jürg Stöckli, der stellvertretende Leiter von SBB Cargo, Daniel Bürgy sowie der SBB Regionalkoordinator Michel Berchtold. Ziel war der Austausch über die laufenden Projekte der «Gesamtperspektive Basel». Im Vordergrund stand die Unterzeichnung des Letters of Intent über die Infrastrukturentwicklung auf dem Areal des ehemaligen badischen Rangierbahnhofs. Damit untermauern die beteiligten Akteure ihre feste Absicht, das Logistik-Tor zur Schweiz gemeinsam auszubauen.

Gateway Basel Nord – das Logistik-Tor zur Schweiz.

Basel Nord ist die Güterverkehrsdrehscheibe der Schweiz. Hier liegen Schiene, Strasse und der Rhein unmittelbar beieinander. Der containerbasierte Export- und Importverkehr weist aufgrund der Entwicklung der Nordseehäfen hohe Wachstumsraten auf, mit den geplanten Ausbauten werden die künftig benötigten Kapazitäten für die Schweiz bereitgestellt: Auf dem Areal des ehemaligen badischen Rangierbahnhofs wird bis 2023 ein Containerterminal entstehen, das die Rheinschifffahrt mit Schiene und Strasse verknüpft. Das Projekt beinhaltet in einer ersten Etappe den Bau einer Umschlaganlage für Strasse und Schiene und in der zweiten Etappe den Bau eines dritten Hafenbeckens. Mit der Realisierung des Projekts werden die Stärken der jeweiligen Verkehrsträger optimal kombiniert sowie Synergien von bestehenden Infrastrukturanlagen genutzt. So wird dank der Konzentration der kombinierten Verkehre in der Schweizer Feinverteilung ein Modal-Split von mindestens 50% Schienenanteil erreicht, wesentlich höher als heute. Das Gateway Basel Nord leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung der Verkehre auf die Schiene, alimentiert gleichzeitig die NEAT (Neue Eisenbahn-Alpentransversale) für die alpenquerenden Verkehre und strebt eine möglichst breite Trägerschaft an. Der Containerterminal wird in Abstimmung mit dem Ausbau der Rheintalstrecke Karlsruhe – Basel der Deutschen Bahn gebaut, welcher ebenfalls der Kapazitätserhöhung für die Zufahrt zur Eisenbahn-Alpentransversale dient. Mit dem Projekt Gateway Basel Nord verbunden ist die Weiterentwicklung des Hafenbahnhofs. Sie ermöglicht eine mit der Hafenentwicklung abgestimmte Siedlungsentwicklung der Stadt nach innen.

«Gesamtperspektive Basel» – die Bahnzukunft im Raum Basel.

Im Rahmen der «Gesamtperspektive Basel» sind die verkehrlichen Entwicklungen rund um die künftigen Ausbauschritte der Bahninfrastruktur und die Siedlungsentwicklung Schritt für Schritt aufeinander abgestimmt. Die einzelnen Projekte schreiten gut voran: Die SBB Infrastruktur setzt im Rahmen des Bahnausbauschrittes 2025 Grossprojekte im Umfang von rund 900 Millionen Franken um, wie beispielsweise die Entflechtung in Muttenz, die Leistungssteigerung der östlichen Einfahrt des Bahnhofs Basel SBB sowie das Wendegleis in Liestal, das einen 1/4-Stunden-Takt zwischen Liestal und Basel ermöglicht. In der Organisation «Bahnknoten Basel» koordinieren die beiden Kantone mit der SBB und dem Bundesamt für Verkehr bereits Arbeiten für die folgenden Ausbauschritte. Dazu gehören weitere Kapazitätsausbauten im Bahnhof Basel SBB mit zusätzlichen Perronzugängen für die Bahnkundinnen und -kunden sowie ein verkehrsträgerübergreifendes Konzept, das nebst dem Regionalverkehr (Herzstück) auch den nationalen und internationalen Fernverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr (Trams und Busse) miteinbezieht.

In den kommenden Jahren werden von SBB Immobilien rund 600 Millionen Franken in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft investiert, u.a. für das Meret-Oppenheim-Hochhaus am Bahnhof Basel und die Sanierung des Westflügels des Bahnhofs Basel SBB. Aktuell wird eine städtebauliche Studie für das Areal des Güterbahnhofs Wolf durchgeführt, bis 2018 wird ein städtebauliches Konzept erstellt. Darin werden auch die Ansätze einer SmartCity berücksichtigt werden. Bereits in der grossrätlichen Beratung befindet sich zurzeit der Bebauungsplan für die Entwicklung des Areals VoltaNord (Lysbüchel). Das stark unternutzte Areal im Besitz der SBB soll so entwickelt werden, dass im Interesse der Stadt nicht nur das umliegende Wohnquartier wachsen kann, sondern dass auch ein Mehrfaches an Arbeitsplätzen auf dem Areal angesiedelt werden kann.

Im Kanton Basel-Landschaft wurde der Quartierplan für das Bahnhofsgebiet Liestal am 26. November 2017 vom Liestaler Stimmvolk deutlich angenommen. Somit kann die Entwicklung des Bahnhofs mit dem Neubau des Bahnhofsgebäudes und dem Bau eines Hochhauses vorangetrieben werden. Sowohl die Kantone als auch die SBB zeigten sich über dieses klare Abstimmungsergebnis hoch erfreut. Zudem wurde festgehalten, dass die Kantone und die SBB alle Anstrengungen unterstützen, um das System des öffentlichen Verkehrs besser auszulasten. Hierfür stehen SBB und Kanton im Kontakt mit Schulen und Hochschulen, öffentlichen Verwaltungen und Firmen, damit diese dank angepassten Unterrichtszeiten und flexiblen Arbeitszeitmodellen die Hauptverkehrszeiten entlasten können.

Fotos vom Spitzentreffen